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Erdwärmepumpe in Berlin & Brandenburg – Kosten, Bohrung, Genehmigung & Förderung

Sole-Wasser-Wärmepumpen sind effizienter als Luftwärmepumpen – aber teurer und genehmigungspflichtig. Wir erklären, was eine Erdwärmeanlage in Berlin & Brandenburg kostet und was Sie wissen müssen.

Mannhold Haustechnik
12 Min. Lesezeit
Erdwärmepumpe Tiefenbohrung Baustelle in Berlin – Bohrgerät auf Grundstück

Erdwärmepumpe vs. Luftwärmepumpe: Wann lohnt die Tiefenbohrung?

Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpen) nutzen die ganzjährig konstante Temperatur des Erdreichs (10–12 °C in Berliner Tiefen) als Wärmequelle. Das macht sie effizienter als Luft-Wasser-Modelle – und teurer in der Installation.

KriteriumLuft-WasserErdwärme (Sole-Wasser)
JAZ Berliner Klima3,0–4,34,0–5,5
Installationskosten25.000–45.000 €35.000–65.000 €
Außengerät nötig?Ja (Lärm, Platz)Nein
GenehmigungNein (meist)Ja (Bohrung)
Saisonale SchwankungJa (JAZ sinkt im Winter)Nein (stabile Quelle)
WartungsaufwandJährlichAlle 2–3 Jahre

Fazit: Erdwärme lohnt bei großem Grundstück, Geräusch-Sensibilität gegenüber Nachbarn, langem Planungshorizont (>15 Jahre) und wenn die höhere JAZ die Mehrkosten der Bohrung amortisiert.

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Was kostet eine Erdwärmepumpe in Berlin?

Tiefenbohrung (Erdwärmekollektor)

Für ein typisches Berliner Einfamilienhaus (12–15 kW Heizlast) braucht man eine Doppelbohrsonde mit 2 × 80–120 m Tiefe oder eine Einzelbohrung mit 140–180 m.

PositionKostenrahmen
Bohrung (pro Meter)50–80 €/m
Doppelbohrsonde 2 × 100 m10.000–16.000 €
Verpressung, Rückbau Bohrplatz1.500–3.000 €
Solekreislauf, Füllung, Anschluss2.000–4.000 €

Wärmepumpe und Inneninstallation

PositionKostenrahmen
Sole-Wasser-Wärmepumpe (10–15 kW)10.000–18.000 €
Pufferspeicher + Warmwasserspeicher2.000–4.500 €
Installation, hydraulischer Abgleich4.000–8.000 €
Gesamtprojekt30.000–50.000 €

Zum Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet für dasselbe Haus ca. 25.000–38.000 € – aber ohne Bohrkosten.

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Welche Genehmigungen brauche ich in Berlin?

Berlin

In Berlin ist die Tiefenbohrung für Erdwärmesonden genehmigungspflichtig:

1. Wasserrechtliche Erlaubnis (Senatsverwaltung für Umwelt)

Zuständig: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU).

Antrag über das Berliner Antragsverfahren für Erdwärmesonden.

Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen.

Voraussetzungen:

  • Mindestabstand zu Grundstücksgrenzen (3 m) und Brunnen (20 m)
  • Außerhalb von Wasserschutzgebieten Zone I und II (Karte prüfen!)
  • Bohrtechnisches Gutachten vom Bohrfachbetrieb
  • Berliner Besonderheit: Teile Berlins liegen in Wasserschutzgebieten, wo Tiefenbohrungen nicht zulässig sind. Vorher die Karte unter mapserver.berlin.de prüfen oder uns fragen.

    Brandenburg

    In Brandenburg gilt das Brandenburgische Wassergesetz:

  • Anzeigepflicht beim Landkreis (Baurechtsamt / Untere Wasserbehörde)
  • Für Sonden bis 100 m oft vereinfachtes Anzeigeverfahren
  • Wasserschutzzonen ebenfalls zu beachten
  • Empfehlung: Wir koordinieren die Genehmigung für Sie – das ist Teil unserer Planungsleistung.

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    Flächenkollektoren: die Alternative zur Bohrung

    Als Alternative zur Tiefenbohrung gibt es horizontale Flächenkollektoren: Rohrleitungen werden ca. 1,0–1,5 m tief im Garten verlegt.

    Vorteile:

  • Keine Bohrung nötig → keine wasserrechtliche Genehmigung
  • Geringere Installationskosten (Graben statt Bohren)
  • Gut für Grundstücke mit ausreichend Fläche
  • Nachteile:

  • Benötigt ca. 2–3× Grundstücksfläche des Hauses (für 150 m² Haus: ca. 300–450 m² nutzbare Kollektorfläche)
  • Rasenflächen darüber nicht bepflanzbar
  • Wirkungsgrad im Hochsommer etwas niedriger (Boden trocknet aus)
  • Kosten Flächenkollektor: 5.000–9.000 € (inkl. Aushub, Rohr, Auffüllen) – deutlich günstiger als Tiefenbohrung.

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    Förderung Erdwärmepumpe 2026

    Erdwärmepumpen werden genauso gefördert wie Luft-Wasser-Wärmepumpen – sie gelten als Wärmepumpe im Sinne der BEG:

    BonusBetrag
    Grundförderung30 %
    Klimageschwindigkeitsbonus (Ölheizungstausch)+ 20 %
    Einkommensbonus (≤ 40.000 € zu versteuerndes Einkommen)+ 30 %
    Maximal70 % auf 30.000 € → max. 21.000 €

    Besonderheit Erdwärme: Die Bohrkosten sind Teil der förderfähigen Gesamtkosten (bis 30.000 € Kostenbemessungsgrundlage). Da Erdwärmeprojekte oft über 30.000 € liegen, erreicht man die Obergrenze schneller – es bleibt ein nicht förderfähiger Rest.

    Beispielrechnung:

  • Gesamtprojekt: 42.000 €
  • Förderfähig: 30.000 €
  • Förderquote: 55 % (Grundförderung + Klimabonus)
  • Zuschuss: 16.500 €
  • Eigenanteil: 25.500 €
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    Wann rechnet sich die Erdwärmepumpe gegenüber Luftwärmepumpe?

    Die Mehrkosten der Erdwärme (Bohrung: ~10.000–16.000 €) amortisieren sich durch die höhere JAZ:

    Bei 150 m² Haus, 15.000 kWh Wärmebedarf/Jahr:

  • Luftwärmepumpe (JAZ 3,5): 4.285 kWh Strom = ~1.200 €/Jahr
  • Erdwärmepumpe (JAZ 4,5): 3.333 kWh Strom = ~933 €/Jahr
  • Ersparnis: ~267 €/Jahr
  • Amortisation der Mehrkosten: 12.000 € Mehrkosten ÷ 267 €/Jahr = ca. 45 Jahre → ohne Förderung kaum amortisierbar.

    Mit Förderung (Bohrkosten mitgefördert) und bei sehr geräuschempfindlicher Lage oder Hochleistungsanspruch (JAZ > 5) wird die Erdwärmepumpe interessanter.

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    Fazit: Wann lohnt die Erdwärmepumpe in Berlin?

    Ja, wenn:

  • Grundstück in Berlin erlaubt Bohrung (kein Wasserschutzgebiet Zone I/II)
  • Nachbarsituation macht ein Außengerät problematisch
  • Langfristige Nutzung (> 20 Jahre) geplant
  • Flächenkollektor möglich (günstiger!)
  • Eher Luftwärmepumpe, wenn:

  • Maximale Förderquote ausschöpfen und Eigenanteil minimieren
  • Schnelle Umsetzung gewünscht (keine Bohrgenehmigung)
  • Eingeschränktes Grundstück (keine Fläche für Kollektor)
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    Weiterführende Ratgeber

  • Förderung Wärmepumpe 2026 – KfW & BAFA erklärt
  • Wärmepumpe Kosten 2026 – Preise & Förderung
  • Heizlastberechnung – Pflicht, Kosten & Ablauf
  • Wärmepumpe installieren lassen
  • Praxis-Check: Was wir vor einer Empfehlung prüfen

    Bei Heizungsfragen reicht eine allgemeine Antwort selten aus. Entscheidend sind Gebäudezustand, Heizflächen, bisherige Verbrauchswerte, Platz für Technik, Schallschutz, Elektroanschluss, Förderfähigkeit und die Frage, wie das Haus tatsächlich genutzt wird. Deshalb trennen wir im ersten Schritt immer zwischen einer groben Orientierung und einer belastbaren Projektplanung.

    Für Eigentümer in Berlin und Potsdam bedeutet das: Eine Wärmepumpe kann sehr sinnvoll sein, muss aber zur Vorlauftemperatur und zur Hydraulik passen. Eine Gastherme kann bei Wartung oder Austausch kurzfristig wirtschaftlich sein, sollte aber gegen CO₂-Kosten, GEG-Vorgaben und spätere Modernisierung geplant werden. Beim hydraulischen Abgleich zählen nicht nur Ventile, sondern auch Volumenstrom, Pumpeneinstellung und Dokumentation.

    Vor einem Angebot sammeln wir die wichtigsten Eckdaten strukturiert: Wohnfläche, Baujahr, Dämmstandard, vorhandene Heizkörper, Warmwasserbereitung, bisherige Energieverbräuche und gewünschter Zeithorizont. Daraus entsteht zuerst eine Preisschätzung. Für die finale Auslegung folgen technische Prüfungen wie Heizlastberechnung, Hydraulik-Check und eine Abstimmung der Förderunterlagen.

    Wichtig ist auch die Abgrenzung: Dieser Ratgeber richtet sich an Eigentümer und Hausverwaltungen, die eine fundierte erste Entscheidung vorbereiten möchten. Er ersetzt keine Vor-Ort-Prüfung, hilft aber, typische Fehler früh zu vermeiden: zu kleine Heizflächen, falsche Leistungsgröße, unklare Förderreihenfolge, fehlende Dokumentation oder eine Anlage, die später nur mit hoher Temperatur effizient wirken soll.

    Wenn Sie bereits Angebote vergleichen, achten Sie nicht nur auf den Gesamtpreis. Prüfen Sie, ob Nebenarbeiten, Elektro, Fundament, Kondensat, Speicher, Demontage, hydraulischer Abgleich, Einweisung und Förderunterlagen enthalten sind. Ein transparentes Angebot beschreibt Leistung, Grenzen und Annahmen klar. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob ein Projekt im Alltag stressfrei bleibt.

    Nächster Schritt: Lassen Sie sich persönlich beraten

    Unsere Techniker beraten Sie vor Ort – persönlich, unverbindlich und mit festen Ansprechpartnern.

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